Lohnentwicklung verteuert Systemverkehre erneut

Erneut war die Entwicklung der Personalkosten für einen signifikanten Anstieg der sendungsbezogenen Prozesskosten im Stückgutmarkt verantwortlich. Der Vergleich der beiden ersten Halbjahre 2017 und 2018 ergab einen Anstieg der Systemkosten um 6,6 Prozent. Dies ist das Ergebnis des jetzt aktualisierten „Kostenindex Sammelgutspedition“ des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV),der regelmäßig bei führenden deutschen Stückgutnetzen ermitteltet wird.

Mit einem Anstieg um 10,3 Prozent pro Sendung liegen die Personalkosten deutlich vor der Entwicklung der Treibstoffkosten (plus 2,5 Prozent). Wie bereits in der letzten Kostenuntersuchung (12/2016 bis 12/2017) ist die Verknappung des Fachkräfteangebots und hier vor allem der Fahrermangel im Fernverkehr sowie im regionalen Verteilerverkehr der Stückgutnetze deutlich spürbar. Mit 5,2 Prozent trugen die Personalkosten zum Anstieg der Gesamtkosten bei. Die Entwicklung der Treibstoffkosten war mit knapp 0,3 Prozentpunkten weniger relevant und wird – im Regelfall – auch über vereinbarte Dieselfloater abgedeckt.

Die Sachkosten entwickelten sich mit einer Erhöhung um 2,9 Prozent relativ verhalten. Dass im Berichtszeitraum (06/2017 bis 06/2018) auch die Mautkosten um 2,1 Prozent stiegen, ist auf die weitere Umstellung der Fuhrparks zurückzuführen. Im Nahverkehr lösen effizientere 12 und 18 Tonnen-Lkw für die direkten Zustellung und Abholung von Waren bei Industrie und Handel zunehmend 7,5 Tonnen-Fahrzeuge ab. Der mit mautbefreiten Fahrzeugen zugestellte Sendungsanteil liegt inzwischen unter 10 Prozent.

Ein deutlicher Anstieg der Mautkosten ist hingegen für die beiden kommenden Berichtshalbjahre durch die regionale Mautausweitung zum 1. Juli 2018 um zusätzliche 37.000 Kilometer und durch die zu erwartende Anhebung der Lkw-Mautsätze zum 1. Januar 2019 zu erwarten.

Geändert hat sich auch die Gewichtung der Kostenarten im ‚Kostenindex Sammelgutspedition‘. Die Personalkosten haben bei den Systemverkehren inzwischen einen Anteil von durchschnittlich 50,4 Prozent, die Sachkosten belaufen sich auf 35,6 Prozent, die Treibstoffkosten betragen 10,9 Prozent und der Mautkostenanteil liegt bei 3,1 Prozent.

Als Benchmark für den Stückgutmarkt wird der ‚Kostenindex Sammelgutspedition‘ im Auftrag des DSLV in Halbjahresabständen durch das Steinbeis Beratungszentrum Forwarding and Logistics Center (FORLOGIC) erstellt. An der Erhebung beteiligen sich 90 Depots der Stückgutnetze der Speditionen und Speditionskooperationen 24plus, CargoLine, Emons, Honold, IDS, ILN, ONLINE Systemlogistik, Schenker Deutschland, VTL und Zufall.