Lkw-Maut: Zwei Kostensprünge innerhalb weniger Monate

Um insgesamt 2,5 Milliarden Euro werden ab 2019 die Belastungen für den Straßengüterverkehr in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr durch die Maut-Anpassungen steigen. Dies ist das Ergebnis des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegebenen neuen Wegekostengutachtens (WGK).

„Dieser doppelte Kostensprung in der Logistik wird nicht ohne Auswirkungen auf Fracht- und Verbraucherpreise bleiben“, prognostiziert Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV). „Denn die zum Erhalt der Straßeninfrastruktur eingesetzte entfernungsabhängige Verkehrswegeabgabe wirkt faktisch wie eine Verbrauchssteuer. Nur wenn Industrie, Handel und Verbraucher als direkte Urheber von Gütertransporten ihren Anteil leisten, werden sie ihren Anspruch auf universelle Verfügbarkeit aller Waren an jedem Ort und zu jeder Zeit aufrecht halten können.“

Den Bestand einheitlicher Mautsätze auf Autobahnen und Bundesstraßen im zukünftigen Bundesfernstraßenmautgesetz begrüßt der DSLV. „Dies trägt deutlich zur transparenten Kostendarstellung der Logistik gegenüber ihren Kunden bei“, so Huster. „Die Speditionsbranche baut auf die Akzeptanz der verladenden Wirtschaft für die durch gesetzliche Maßnahmen verursachten zwei Kostensprünge innerhalb kürzester Zeit.“

Die Angleichung der Mautsätze hat ihren Preis: Anders als bisher sollen auch den besonders emissionsarmen EURO VI-Fahrzeugen zukünftig externe Kosten für Luftverschmutzung und Lärm angelastet werden. Vierachsige Fahrzeuge dieser Emissionsklasse größer 18 Tonnen werden mit einer Anhebung der Mautsätze (von 11,7 auf 18,7 ct/km) bis zu 59 Prozent besonders belastet. Für die besonders schadstoffarmen fünf-achsigen 18 Tonner und größer steigen die Mautkosten (von 13,5 auf 18,7 ct/km) immerhin noch um 38,5 Prozent. Moderne EURO VI-Lkw legen in Deutschland heute bereits 65 Prozent aller mautpflichtigen Kilometer zurück.

Schröder + Schierenberg geht aktuell davon aus, dass der Anpassungsbedarf zum 01.01.2019 bei 3,1 – 5,0 % der Frachtkosten liegen wird. Wir werden uns bemühen, mit unseren Kunden rechtzeitig Gespräche zur jeweiligen Preisanpassung zu führen.